Besuch aus Chile an der Schule In der Höh

 ·  In der Höh  · 

Am Dienstag, 7. Juli 2026, besuchte eine vierköpfige Delegation der Schweizer Schule aus Santiago de Chile im Rahmen einer Studienreise die Schule In der Höh. Sie entdeckten dabei einige Unterschiede zum Schulalltag in ihrem Land.

Die Lehrerinnen der Schweizer Schule aus Santiago de Chile befinden sich auf einer 14-tägigen Studienreise durch die Schweiz. «Dazu gehört auch der Besuch von ehemaligen Lehrpersonen der Schweizer Schule in Chile, um das Schweizer Schulsystem einmal persönlich kennenzulernen», erklärt Silvie Delgado Kuratli, Klasssenlehrerin der 1c/3c im «In der Höh». Sie hat von 2011 bis 2023 in der Schweizer Schule in Chile unterrichtet und kehrte nach zwölf Jahren mit ihrer Familie wieder nach Volketswil zurück.  

Während ihres Aufenthalts besuchen die Lehrerinnen zudem verschiedene Orte der Schweiz, darunter Lugano und Zermatt. Die Reise findet während der dreiwöchigen chilenischen Winterferien statt. In Chile ist im Juli Winter, die Sommerferien dauern dann von Mitte Dezember bis Ende Februar.

Grosse Schulzimmer, kleine Klassen
Für Claudia Escobar (Spanischlehrerin), Chavita Godoy (Musiklehrerin/ Gemeinschaftsbildung), Karin Brogle (Sportlehrerin) und Cathrin Hardings (Kindergartenlehrerin) war der Einblick in den Schweizer Schulalltag sehr interessant. Vor allem die grosszügigen Schulzimmer und die kleineren Klassen fielen ihnen auf. In Chile werden oft über 30 Kinder pro Klasse unterrichtet. Auf der Primarstufe findet der Unterricht zudem vom frühen Morgen bis um ein Uhr mittags statt, danach ist an vier Nachmittagen schulfrei. 
An der Schweizer Schule in Santiago de Chile findet der Unterricht grösstenteils auf Deutsch statt; nur wenige Fächer werden auf Spanisch unterrichtet.

Beeindruckt waren die Besucherinnen von den vielfältigen Unterstützungsangeboten an Schulen hierzulande. Dass Klassenassistenzen, Schulische Heilpädagoginnen sowie DaZ- und IF-Lehrpersonen selbstverständlich zum Schulalltag gehören und die Schule auch Logopädie anbietet, kennen sie aus Chile nicht. Dort müssen Eltern zusätzliche Förder- und Therapieangebote meist selbst organisieren und finanzieren.
Dafür kennt man an der Schweizer Schule in Chile aber auch Angebote, die es hier nicht gibt. So gibt es etwa für Lehrpersonen einen schulinternen Kopierservice, für den eigens eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter angestellt ist. «Für die Unterrichtsvorbereitung ist das sehr praktisch. Als Lehrperson kann man Büchlein drucken oder Unterrichtsmaterial laminieren lassen», so Silvie Delgado Kuratli. Mit vielen neuen Eindrücken reiste die Gruppe am Nachmittag weiter nach Zürich, wo eine Stadtführung auf dem Programm stand, bevor die Studienreise durch die Schweiz fortgesetzt wurde.


Die Schweizer Schule in Santiago de Chile
Das Colegio Suizo de Santiago wurde 1939 gegründet und ist die älteste Schweizer Schule in Lateinamerika. Die von der Schweizer Regierung anerkannte Non-Profit-Institution zählt rund 650 Schülerinnen und Schüler vom Kindergarten bis zur Matura. Das Gymnasium schliessen die jungen Menschen mit dem chilenischen Diplom und der Schweizer Matura ab. Heute besuchen vor allem chilenische Kinder aus gut situierten Familien sowie Schülerinnen und Schüler weiterer Nationalitäten die private Schule. Rund ein Viertel besitzt die Schweizer Staatsbürgerschaft.