
«Mir packed uus»
Was passiert, wenn der Lehrer am Anfang der Stunde unerwartet den Schülerinnen und Schülern den Auftrag gibt, einen Aufsatz zu schreiben mit dem Thema «Mir packed uus»?
Die Klasse 5c/6c von Marianne Oehninger und Patrick Jenni zeigte auf kreative Art in ihrem Theaterstück, was es alles «auszupacken» gibt, wenn es um das Thema Schule geht. Was liegt ihnen auf dem Herzen, was passt ihnen ganz und gar nicht? Da ist der Schüler, der immer an allem Schuld ist und als schwarzes Schaf der Klasse gilt. Aber auch die Hausaufgaben werden von den Schülerinnen und Schülern auf der Bühne thematisiert. Schwierige Sätzlirechnungen, die kein Mensch versteht und die fern jeder Logik erscheinen – dies bringt auch die Eltern an den Rand der Verzweiflung. Am Abend sind alle am Esszimmertisch über den Hausaufgaben gebeugt und zwischen Kind, Mutter und Vater gibt es Szenen mit Tränen und Wut.
Keine Hausaufgaben und Streichelzoo
Doch wie könnte eine Schule aussehen, in der alle gerne hingehen? «Auch wir Schüler fordern Reformen» protestiert die Klasse mit selbstgemalten Transparenten und Trillerpfeifen. Ab sofort sollen die Hausaufgaben vergessen werden dürfen. Bestehen die Lehrpersonen drauf, so müssen die Eltern diese lösen. Gefordert wird zudem ein Game-Raum zum Chillen mit Fernsehern und bequemen Stühlen. Aber auch ein Streichelzoo oder eine Achterbahn auf dem Schulgelände werden gewünscht.
Ob die Schule die eine oder andere dieser Ideen aufgreift und erfüllt, bleibt abzuwarten… Der Lehrer ist jedenfalls froh, dass die Schülerinnen und Schüler auch ohne alle diese Reformen den Unterricht in der Regel gerne besuchen. Mit viel Applaus bedankten sich die eingeladenen Klassen für die Aufführung und auch die Eltern kamen am Dienstagabend, 7. Juli, in den Genuss, das witzige Theaterstück der Klasse zu sehen.
